kleines maracatu-lexikon

calunga ... lóa ... toada ... und andere exotische begriffe

abé auch chekere, shekere oder xequere. aus einer kalebasse (kürbisart) gebauter, mit einem perlennetz umspannter shaker.
alfaia auch bombo oder tambor de maracatu. hauptinstrument des maracatu de baque virado. nach dem vorbild europäischer marschtrommeln aus holz gebaut und mit zwei naturfellen (meist ziege) bespannt. seilspannung ähnlich wie bei afrikanischen basstrommeln und djembe. wird mit zwei speziellen, oft unterschiedlich dicken stöcken (baquetas) gespielt. übliche grössen von 16 bis 24 zoll, bei einigen traditionellen gruppen in brasilien bis 28 zoll.
bombo siehe alfaia
boneca fetischpuppe, die den stamm, die ahnen und die götter des stammes verkörpert. die boneca wird im maracatu-umzug von der dama do paça (palastdame) mitgetragen.
caixa do maracatu snare drum, kleine trommel oder rührtrommel. nach europäischem vorbild gebaut. kessel aus metall oder holz, felle meist aus kunststoff, am unteren fell ein schnarrsaitenteppich. manchmal werden caixas in afrikanischer tradition mit schnüren gespannt.
calunga siehe boneca
chekere siehe abé
gongue die traditionelle, 3 bis 4 kg schwere eisenglocke der maracatugruppen.
loa maracatu-lied
maracatu a) afrobrasilianische tradition, entstanden im zusammenhang mit den "rei do congo-zeremonien. oberbegriff, der mehrere maracatu-stile umfasst.
b) gruppe von trommler/innen, tänzer/innen und sänger/innen, die den maracatu aufführt.
c) bezeichnung für eine familie von rhythmen, die von den maracatugruppen gespielt werden.
maracatu de baque livre "freier maracatu", eine stilistisch offene weiterentwicklung des maracatu, die zwar auf den wurzeln des maracatu de baque virado basiert, sich aber von der religiösen, sozialen und musikalischen überlieferung befreit hat. wichtigste vertreter dieses stils: maracatu badia (olinda) unter der leitung von mestre nininho.
maracatu de baque solto auch "maracatu rural" oder "maracatu de orquestra", eine anfangs des 20igsten jahrhunderts entstandene ländliche version des maracatu mit schnellen, marschähnlichen rhythmen und einer besetzung, die sich deutlich vom maracatu de baque virado unterscheidet: kleine perkussionsgruppe mit tarol/caixa, surdo/zabumba, chocalho, porca (cuica) und gonguê, zusätzlich einige bläser/innen (trompete, posaune, manchmal auch saxofon, klarinette oder flöte).
maracatu de baque virado oder "maracatu "nação". die älteste form des maracatu hat ihren ursprung in den "rei de congo"-zeremonien des 17. und 18. jahrhunderts. dominantes instrument ist die alfaia. die typische besetzung umfasst 12 bis 20 alfaias, 2 bis 4 caixas, 1 gongue und mehrere mineiros/abés.
maracatu de fortaleza eine langsame, in fortaleza gespielte form des maracatu
maracatu nação siehe maracatu de baque virado
maracatu rural siehe maracatu de baque solto
marcante (alfaia marcante) grundstimme, in der regel von den tiefsten alfaias gespielt
meião (alfaia meião) mittlere alfaia-stimme, variiert und ergänzt die grundstimme
mestre musikalischer leiter der maracatugruppe
mineiro ist im maractu die spezifische bezeichnung für den mit körnern gefüllter, an beiden enden verschlossenen metallzylinder, der im samba als ganza oder chocalho bekannt ist. der mineiro ist das ursprüngliche schüttelinstrument im maracatu, wird aber heute in vielen gruppen durch die abé ersetzt.
repique (alfaia repique) die am höchsten gestimmte alfaia, welche traditionell auch die viradas spielt
tambor de maracatu siehe alfaia
tarol siehe caixa
timba/timbal conga-ähnliche einfellige trommel aus salvador de bahia. prägte dort in den 70er-jahren den timbalia-stil und wurde erst in jüngster zeit auch in die besetzung von maracatu-gruppen aufgenommen.
toada maracatu-lied
toque/s rhythmische grundformen (pattern) des maracatu (z. b. toque de luanda, malé, martelo, parada)
viração/virada rhythmisch verdichtete figur der hohen alfaia (alfaia repique), die - ähnlich wie das "echauffement" in der djembe-musik - den groove intensiviert und auf eine höhere energetische ebene bringt.